Alte Bräuche

 ATTACKE GEDENKEN (14.01.1779)

Der letzte Obmann des Attackeklubs, unser Landsmann Florian Troppert, berichtete über die früheren Attacke-Feiern, vor allem aber warum dieselben alljährlich als Dankes-Feier abgehalten wurde.

Nach der historischen Überlieferung war Zuckmantel in Österr. Schlesien mit seinem Rochusberg  am 14.1.1779 der Schauplatz eines blutigen Scharmützels im bayerischen Erbfolgekrieg. Der preussische General Wunsch und der Prinz von Hessen Philippstahl versuchten mit bedeutend überlegener Macht die Österreicher aus ihren festen Stellungen am Rochusberg zu vertreiben. Sie postierten sich an der preussischen Grenze und begannen eine heftige Beschiessung der österreichischen Verschanzungen. Doch nur eine einzige Kanonenkugel hatte das Kirchlein erreicht. Dieselbe ist auch heute noch im Kirchlein hängend zur Erinnerung aufbewahrt.Auch ein grosses Wandbild am Kirchenchor rückwärts zeigt die Aufstellung der Schlachtreihen.
Wegen dem winterlichen Glatteis konnte der Feind den Berg nicht angreifen. Der Berg ist „von Glas“ so rief der Feind und als er die Ausweglosigkeit seines Vorhabens sah, trat er den Rückzug an. Der Verlust des Feindes war überaus stark. Über 1000 Mann samt dem Tambour waren gefallen. Die Österreicher hatten nur 6 Tote und wenig Verwundete. Der Feind zog sich schleunigst in Richtung Neisse zurück. So die Überlieferung.

Anmerkung:
Der Kampf währte von 7:00 Uhr früh bis nachmittags 4:00 Uhr und endete mit dem Rückzug der preussischen Streitmacht, die einen Verlust von 46 Toten und 14 Verwundeten hatte.

50 Mann, die zwischen zwei feindliche Feuer geraten waren, fielen als Gefangene aus. Die österreichische Angabe, dass 1000 Preussen das Schlachtfeld bedeckten, hat demnach der wahren Verlustzahl eine Null zuviel angehängt. Der Gegner hatte in seinen gedeckten Stellungen 17 Tote und Verwundete.

Zum Gedenken an diesen Tag wurde alle Jahre ein Dankgottesdienst für die Gefallenen im Rochuskirchlein abgehalten. In der letzten Zeit hatte sich ein Attacke-Klub gegründet, der sich die Aufgabe stellte, bei jeder Witterung am 14.1. nachmittags 14:00 Uhr, auf den Rochusberg zu pilgern und dort eine Gedächtnisstunde abzuhalten. Dieselbe vollzog sich wie folgt:
Zuerst eine Ansprache des Seelsorgers, dann ein Gebet für die Gefallenen, darauf folgte eine Strophe des bekannten Rochusliedes und zum Schluss sangen alle gemeinsam das Attacke-Lied. Ausserhalb der Kirche spielte sodann eine Blaskapelle das „Gebet vor der Schlacht“ und zum Gedenken der Gefallenen „Ich hatt einen Kameraden“.
Nach Beendigung der Feier wurde dreimal in Reihen um das Rochuskirchlein marschiert und dann folgte im Gleichschritt der Abstieg ins Gasthaus Josef Weiser, wo dem Soldatentrunk gehuldigt wurde. Die letzte Attacke- Feier fand am 14.01.1945 statt

H.W.Titze

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