Vereine

DEUTSCHER TURNVEREIN 1863

Im Jahre 1863 wurde der Deutsche Turnverein gegründet. Folgende Männer standen an der Wiege des Vereins :
Oberlehrer Karl CZERMIN, Rentmeister. J.C.HOFFMANN, Oberpostmeister VINCENZ RICHTER, J.HERDIN, KARL STENZEL, E.WELSCH, Lehrer SEIFERT, J.KÖNIGER, W. JUPPE, J.SCHUBERT u.a.
Als 1. Obmann leitete K. Czernim den Verein  - 1.Säckelwart war J.Schubert,1. Vorturner Lehrer Albert Seifert. Der Verein entwickelte sich langsam.1879 wurde aus dem T.V. die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Nach dem Tode des K.Czermin wurde A. Seifert zum Obmann gewählt. Dieser bekleidete das Amt bis 1904. Dann wurde Bäckermeister Florian R. Troppert Obmann. Sein Stellvertreten wurde Otto Haage, welcher auch Vorturner war. Zeugwarte Albert Vogel und Julius Böhm. Mit dem Jahre 1908 begann der Aufstieg des Vereins, welcher durch die Benutzung der neu erbauten Schulturnhalle gefördert wurde. Auch eine Damenriege wurde geschaffen. Diese wurde von Frl. Grete Englisch als Vorturnerin vortrefflich geführt. Die Damen erregten überall Aufsehen bei ihren Auftritten.
Später wurde Frl. Ida Burkert Vorturnerin. Nach ihr wurde Turnbruder Otto Haage Leiter der Damenriege. Sie bestand aus 25 Turnerinnen. Im Sommer 1910 fand zum ersten Mal ein grösseres Turnfest in Zuckmantel statt, bei dem auch eine neue Vereinsfahne enthüllt wurde. Zu diesem wohl grössten Turnfest seit dem Bestand des Deutschen Turnvereins , kamen die Vereine aus Neisse, Breslau, Neustadt, Ziegenhals, Freiwaldau, Würbenthal, Freudenthal, Sternberg und M. Schönberg mit ihren Fahnen. Es war ein grosser Festtag für die Stadt Zuckmantel. Ca. 2.000 Turner waren in Zuckmantel. Das Wetter war herrlich und die festliche Stimmung erreichte ihren Höhepunkt als die Turnerinnen die Fahnenpatin Frl. Burkert von ihrem Wohnhaus abholten. Der Fahnenjunker übernahm die Fahne und die Musik spielte einen Choral. Die gesamte Turnerschaft defilierte hierauf vor den vielen Ehrengästen. Nachmittags war das grosse Wettturnen im Hoffmanns-Garten mit anschliessendem Konzert. Der Garten konnte nicht alle fassen und so musste auch der Garten des gegenüber liegenden Hotel Graber (Titze) in Anspruch genommen werden.
Ab 1915 übernahm Alfred Mattern  den Obmannposten von Franz Weber.

Nach Ende des Krieges, der die zwangsweise Einverleibung der Sudetendeutschen Gebiete in den neu gegründeten Staat „Tschechoslowakei“ brachte, nahm im Jahre 1920 der Deutsche Turnverein den Turnbetrieb wieder auf. In den Turnrat wurden gewählt:

Turnverein-1929

Turnverein im Jahre 1929

Als Obmann Otto Haage, Stellvertreter: Alfred Mattern, Schriftwart: Felix Schichor, Fahnenjunker Julius Böhm-Einige Jahre später wurde der Lehrer Fred Rzepke Obmann und Florian Troppert zum Ehrenobmann ernannt. Im Jahre 1933 wurde Emil Werner Obmann. Turnwart Richard Jokisch, Stellvertreter Simon König und Poldi Theiner, Dietwarte Josef und Otto Wolf, Jugendwart Erhard Kausch.

Anlässlich des 70 jährigen Gründungsfestes im Jahre 1933 wurde im Stadtpark an der Villenstrasse ein Jahngedenkstein enthüllt. Der hierzu verwendete Stein war ein Findling aus dem heimischen Wald.
F. Schichor hat ihn beim Schwarzen Teich ausfindig gemacht. Der Stein war mit einer Terracotta-Plakette des Turnvaters Jahn und einer Inschrift versehen. Er war ein Schmuckstück im Park. Auch fand 1933 das Bezirksturnfest im Park statt. Zahlreiche Vereine aus den Nachbarstädten nahmen an den Wettkämpfen in der Hoffmannshalle teil. Nachmittags fand im Waldbad ein grosses Schauturnen statt. Bei den Gauturnfesten in Jägerndorf und Freudenthal errangen unsere Turner beachtliche Siege. Auch am Verbandsturnfest in Saaz und München sowie 1923 in Innsbruck nahmen sie teil. Besonders 1938 beim großen Deutschen Turnfest in Breslau war der Verein stark vertreten.
Die vom Deutschen Turnverein 1863 ins Leben gerufene Wintersportabteilung nahm an vielen Ski-Wettkämpfen am Altvater, Bischofskoppe und Bad Karlsbrunn teil. Der beste Skiläufer und Leiter der Abteilung war Alois Kolb. Er kam aus dem 2. Weltkrieg nicht mehr heim.
Im Jahre 1934 wurde der Verein aus nichtigem Anlass von den tschechischen Behörden verboten.
Otto Wolf wurde verhaftet und sass monatelang unschuldig in Troppau im Gefängnis. Erst im Jahre 1937 wurde die Wiederzulassung erreicht. Bei der Neugründung im Schützenhaus wurde Franz Schmatelka zum Obmann gewählt. Den grössten Aufschwung nahm der Verein durch das Deutsche Kulturverbandsfest 1937. Die tschechischen Behörden versuchten wieder dem Verein staatsbedrohende Verbindungen zu unterstellen. Obmann Schmatelka hatte große Mühe, die Angriffe zu wiederlegen. Nach dem Anschluss ging die Vereinstätigkeit nach und nach in den Formationen der NSDAP auf. Der Deutsche Turnverein hat sich stets an die Grundsätze des Turnvater Friedrich Ludwig JAHN gehalten.

 H.W. Titze

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